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Sonntag, 1. März, 2009

Linux: Programme

Nach der Einrichtung der Paketquellen und der Aktualisierung des Systems möchte ich mich ein wenig um einige ausgewählte Programme unter openSUSE kümmern. Nachdem es ja leider ein wenig “später” geworden ist, weil ich ein wenig viel um die Ohren habe momentan, wollen wir aber hier mal ein wenig zulegen.

Die Programmverwaltung, -aktualisierung und -(de)installation wird unter Linux vom Paketmanager erledigt. In meinem Fall vom großartigen YaST. Da liegt auch schon ein großer Unterschied zu Windows… Unter Linux findet sich eine riesiges Repertoire von Anwendungen, die nur darauf warten entdeckt und benutzt zu werden. Als weiteren Vorteil muss man sich nicht um deren Aktualisierung kümmern, da auch das vom entsprechend eingerichteten Paketmanager erledigt wird. Ich habe also den Paketmanager so eingerichtet, dass er täglich nach Aktualisierungen innerhalb der von mir angegebenen Repositories überprüft. Sobald ein neues Paket vorliegt, werde ich benachrichtigt und kann die Aktualisierungen herunterladen und installieren.

Aber das eben nur am Rande, ich will ja auch ein bisserl auf die verschiedenen Programme eingehen.

Dazu beziehe ich mich auf die bereits nach der Installation vorhandenen Programme wie Firefox und Evolution. Also, starten wir mit einem der Naheliegensten: Firefox.

Firefox kennt man vielleicht schon von Windows. Der beliebte Webbrowser entstammt ja aus Netscape und wurde dann von Mozilla als Open-Source-Projekt wiederbelebt. Im Gegensatz zu Windows nun ist es unter Linux so, dass man Firefox nicht aktualisieren, da das ja wie erwähnt, die Distribution selbst übernimmt. Auch die meisten der bekannten Add-Ons, wie Adblock Plus, No-Script oder Fire-FTP funktionieren gleichfalls unter openSUSE (bzw. Linux allgemein). Aktuell ist Firefox in der Version 3.0.4, in vielen Distributionen ist Firefox der Standard-Browser. Vor allem der Desktop-Manager Gnome nutzt Firefox in dieser Art. Unter KDE ist das traditionellerweise der Konqueror. Aber wie mit dem Desktop als solches, komme ich mit Konqueror als Browser nicht zurecht.

Die Benutzung von Firefox erschließt sich eigentlich von selbst. Obwohl ich eigentlich ein Opera-Nutzer aus Leidenschaft bin, benutze ich unter Linux den Firefox mittlerweile lieber. Was mich ein bisschen stört, wobei das nichts mit Firefox an sich zu tun hat, ist, dass die Schriften anders sind als unter Windows. Wobei die Schriften auch unter Windows teilweise seltsam sind. Manchmal kommt es mir so vor, als ob manche Schriften nicht so angezeigt werden, wie sie eigentlich sollten. Aber das mag auch nur Einbildung sein. Der Firefox ist ein zuverlässiger, stabiler und sicherer Browser, der mittels seiner Add-Ons erstklassig personalisiert werden kann.

 

read-mail Kommen wir nun zu Evolution, dem PIM (Personal  Information Management) von Gnome. Evolution vereint  einen E-Mail-Client, einen Kalender und ein Adressbuch.  Zumindest sind das die Funktionen, die ich benutze. Beim  ersten Start öffnet sich ein Assistent, der mich durch die  Eingabe der benötigten Informationen, wie der E-Mail-  Adresse, den Servern und Einstellungen geleitet. Evolution  unterstützt viele Server, wie POP oder IMAP. Da diese die  beiden einzigen Serverarten sind, die ich benutze, weiß ich  nicht wie gut oder schlecht die Unterstützung der anderen  Serverarten ist, aber Evolution kann auf jeden Fall mehr als  diese 2. Die Benutzerführung ist dabei deutlich und  hilfreich, zumindest wenn man sich wenigstens ein klein  wenig auskennt. Besser als bei Thunderbird finde ich übrigens, dass ich direkt bei jeder eingegebenen E-Mail-Adresse den SMTP-Server angeben kann. Bei Thunderbird muss ich das umständlich extra einrichten und das nervt mich wie nur was.

Toll finde ich bei Evolution auch, dass die Kompatibilität zu GnuPG bereits integriert ist. Wer GnuPG nicht kennt, das ist eine Verschlüsselungssoftware um E-Mails zu verschlüsseln, angesichts der Vorratsdatenspeicherung eine mehr als sinnvolle Geschichte. Man richtet also (dazu komme ich noch ;) ) seinen GnuPG-Schlüssel ein, veröffentlicht diesen auf einem Server und kann direkt seine E-Mails verschlüsseln. Ob diese Option auch in Kontact vorhanden ist, weiß ich nicht, bei Thunderbird kann man dieses via Enigmail nachrüsten.

Evolution kommt mit dem “mbox“-Format zurecht, man kann also bereits bestehende E-Mails importieren und weiterverwenden. Sollte man bereits Thunderbird in Windows verwenden, kann man auch die Thunderbird-Dateien aus Windows übernehmen und weiternutzen. Bei Thunderbird kann man zudem auch diverse Add-Ons von Mozilla verwenden, die die Funktionen erweitern können. Hier genannt sei dann mal Lightning, das einen Kalender in Thunderbird implementiert und ihn so mehr zu einem PIM macht.

Aber ich habe mich mittlerweile mit Evolution angefreundet und komme damit wirklich gut zurecht. Ich habe den Fehler gemacht und vergessen meine Mails zu sichern und musste alle meine Mails (ca. 4000) neu herunterladen. Wichtig dabei ist, dass man die Mails auf dem Server liegen lässt und nur Kopien herunterlädt, denn sonst kann einem das viel Ärger bescheren. Wenn nämlich die Mails erstmal weg sind, sind sie eben weg. Alles in allem finde ich gerade auch die Einrichtung von Evolution Anfänger gerecht und schön gestaltet. Man sollte allerdings die POP-Server kennen, diese kann man beispielsweise auf dieser Webseite finden. Alles in allem hatte ich bisher keine Probleme mit Evolution, keine Abstürze, keine verschwundenen Mails oder ähnliches.

 

contact_windowAuch ein Kommunikationsprogramm ist unter Gnome vorhanden, nennt sich Pidgin und ist der Nachfolger von gaim. Dieses ist ein Multi-Client-Messenger, kommt mit diversen Protokollen zurecht, wie ICQ, AIM, Jabber (darunter GoogleTalk), Yahoo Messenger usw. Auch dieses Programm war unglaublich einfach einzurichten…  Einfach starten und seine Account-Informationen eingeben und Tadaa, es läuft.   Auch mit mehreren Accounts des selben Protokolls läuft Pidgin stabil und durchweg.   Interessant ist die Möglichkeit, sich in der Paketverwaltung das OTR-Plug-In für Pidgin herunterzuladen. OTR steht für Off The Record und ist ein Verschlüsselungssystem für Pidgin. Dabei legt man einen Schlüssel innerhalb von Pidgin an und fortan kann man seine Kommunikation via Pidgin automatisch verschlüsseln. Dabei ändert sich zudem bei jeder Nachricht der Schlüssel, so dass ein “Plausible Deniability” entsteht. Zumindest habe ich das so in Erinnerung. Sollte ich mich geirrt haben, einfach kurz Bescheid sagen.

Ansonsten ist Pidgin ein “normaler” Kommunikations-Client und ebenso zu   benutzen, wie die Clients von beispielsweise ICQ oder GoogleTalk.

 

Daher springen wir direkt zu einem weiteren bekannten Programm, das auch unter Windows existiert: OpenOffice.

OpenOffice ist die OpenSource-Alternative zu Microsoft Office. Zudem beherrscht OpenOffice standardmäßig die Möglichkeit zum Herstellen von PDF-Dateien. OpenOffice liest, speichert und importiert Dateien in Microsoft-Formaten – in der aktuellen Version 3.0 auch im Format der neuen Microsoft Office-Version 2007. Ansonsten besitzt OpenOffice ein Schreibprogramm (Writer), eine Tabellenkalkulation (Calc), eine Präsentationsoftware (Impress), ein Zeichenprogramm für Diagramme und mehr (Draw), sowie ein Datenbankmodul (Base). Es beherrscht unglaublich viele Features, die ich im Leben noch nie benutzt habe und wahrscheinlich auch niemals benutzen werde, aber gerade Präsentationen und Briefe erstellt nahezu  jeder.writer-big20

 Vorhandene Dokumente können wie gesagt ohne Probleme  importiert werden. Das heißt fast ohne Probleme. Bei  komplexen Formatierungen innerhalb der Dokumente, kann  es vorkommen, dass diese nicht richtig übernommen  werden. Dazu muss ich aber sagen, dass bei meinen  gesammelten Dokumenten dieser Fehler kein einziges Mal  aufgetreten ist, ich will es aber nicht ausschließen.

 OpenOffice hält, im Gegensatz zu Microsoft, alle Programme  unter einer Oberfläche bereit, man kann also auch unter Writer ohne Probleme eine neue Präsentation starten. Neu ist zudem in Version 3.0 das neue Startcenter, aus dem heraus man neue Dokumente direkt erstellen kann.

Standardmäßig speichert OpenOffice die Dokumente im neuen OpenDocumentFormat (.odf), welches auch von Microsoft Office gelesen und importiert werden kann.

Ich arbeite recht gerne mit OpenOffice und viele kennen selbiges auch schon aus Windows-Zeiten, da OpenOffice für sowohl Windows, Linux als auch Mac auf dem Markt ist. Viele der Features kenne ich wie gesagt noch nicht und viele werde ich wahrscheinlich nie kennen lernen, aber es freut mich, dass die Version 3.0 so stabil und zuverlässig läuft.

 

Wenn man Grafikbearbeitung sagt, denken viele zuerst an Photoshop und danach an eines der größten Phänomene der OpenSource-Szene mit dem Namen GIMP.

GIMP steht für GNU Image Manipulation Program und ist eine Alternative dem Klassenprimus Photoshop. GIMP beherrscht Ebenen-Management, Farb-Management, diverse Filter und vieles mehr. Auch hier habe ich beileibe wahrscheinlich nicht mal auch nur die Hälfte der Möglichkeiten erkundet oder auch nur entdeckt. Ich persönlich arbeite auch lieber mit GIMP als mit Photoshop (Ich hab mal die CS3 angetestet und hab mich einfach nur verloren gefühlt), mein Avatar ist beispielsweise mit GIMP erstellt. GIMP kann .psd-Dateien (Photoshop-Format) importieren, kann aber irgendwie mit den Ebenen nicht umgehen. Es bringt also tatsächlich nichts, wenn man viele .psd-Dateien hat, auf GIMP umsteigen zu wollen, weil GIMP nichts mit den Dateien anfangen kann. Das nächste Problem ist, dass es Photoshop eben nicht für Linux gibt, um dieses Problem zu umgehen müsste man Photoshop eben virtualisieren. Da ich aber eben nicht Photoshop gebunden bin, macht das auch keine Probleme für mich. Diejenigen allerdings, die Photoshop aktiv nutzen, seien darauf hingewiesen. Ein weiterer Unterschied zur PC-Version zu Photoshop ist, dass GIMP keine “Ein-Fenster-Applikation” ist. GIMP orientiert sich mehr an der Mac-Version, in der Photoshop aus mehreren Fenstern besteht. Diese Art des Aufbaus hat Vorteile, aber eben auch Nachteile. Nachteilig ist es vor allem  dann, wenn man es anders gewohnt ist.gimp-empty

 GIMP gibt es auch für Windows (auch für Mac, aber da läuft  es unter X, was mich ein wenig ärgert) und kann dann  selbstverständlich die Dateien austauschen. Aber wie bei so  vielen Programmen oder auch bei Linux selbst, muss man  sich auf GIMP einlassen, nur dann hat man auch Freude  an  diesem Programm. Ich komme mit GIMP sehr gut zurecht  und benutze es recht gerne.

 

 Ich arbeite ja unwahrscheinlich gerne unter Mac. OS X halte ich für eines der “einfachsten” Betriebssysteme, ich kenne kaum jemanden, der nicht damit zurecht kommt. Ein tolles Programm unter Mac OS X ist iTunes. Ich höre jetzt zwar schon das Raunen durch die Leserreihen gehen, aber ich mag iTunes. Unter Mac OS X zumindest. Ein Programm, das unter Linux ein ähnlich vielfältiges Angebot anbietet ist Banshee.

banshee-0110-release-libraryBanshee ist unter openSUSE die Multimedia-Applikation. Banshee verwaltet auch große Musikbibliotheken, verwaltet Podcasts und hat auch einen integrierten last.fm-Zugang. Bei Banshee kann man seine Bibliothek importieren, man kann auch die seine Musik-Dateien in einen vordefinierten Ordner umkopieren lassen. Banshee kümmert sich anschließend sogar um das Herunterladen der “CD-Cover”. Allerdings hatte ich unter der aktuellen Banshee-Version einmal das Problem, dass es bei meiner “größeren” Bibliothek (ca. 10000 Lieder) passierte, dass Banshee nicht mehr reagierte. Und zum Zweiten hatte ich das Problem, dass Banshee sich manchmal spontan einfach beendete. Ich habe bis dato keine Lösung gefunden und bin deswegen auf Rhythmbox umgestiegen. Rhythmbox ist die Standard-Applikation unter Gnome, openSUSE hat diese eben mit Banshee ersetzt. Rhythmbox hat mir bisher noch gar keine Probleme bereitet, sowohl der Import als auch die “CD-Cover”-Implementierung lief problemlos. Bleibt abzuwarten wie es sich mit Banshee entwickelt.

 

Zum Schluss noch ein kurzes Wort zur Bilderverwaltung. Mit dem Gnome-Programm F-Spot kann man Bilder importieren und verwalten. F-Spot bietet eine recht gute Importfunktion und kategorisiert die Bilder  nach dem Aufnahmen-Datum. fspot-main-windowAllerdings nur, wenn dieses  auch in den EXIF-Informationen der Bilder enthalten ist.  Ansonsten deklariert F-Spot das Aufnahme-Datum einfach  als das Datum an dem es importiert wurde. Ich hatte am  Ende also etwa 90% meiner Bilder unter dem Import-Datum  liegen und sämtliche Struktur war dahin. Das fand ich etwas  ärgerlich. Die Bilder können getagt werden und man kann  gezielt nach diesen Tags suchen. Ich habe mich aber ehrlich  gesagt noch nicht näher mit dem Programm beschäftigt,  weil mich dieses Import-Ärgernis ein wenig angekekst  hatte. Ich bin nun mal die Komfortabilität von iPhoto  gewohnt und damit kann man F-Spot leider gar nicht vergleichen. Aber es ist ein recht hübsches Programm, wobei sich mir eben die Funktionalität ein wenig verschließt. Aber das soll niemanden davon abhalten, sich damit einmal ein wenig auseinanderzusetzen.

 

Nachdem die Programme-Sektion hier ein wenig länger gedauert hat, als beabsichtigt (ich hatte mir zwischenzeitlich noch das Buch “Linux” von Michael Kofler gekauft, 1300 Seiten Linux…) versuche ich den nächsten Eintrag früher hinzubekommen. Was dann zu finden sein wird… Lasst euch überraschen. Wir konfigurieren ein wenig herum ;)

 

P.S.: Die hier veröffentlichten Bilder sind von den jeweiligen Projektseiten der entsprechenden Programme entnommen.

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Geschrieben von Fesra um 18:58  

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